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Sep-2018

Chris Tall: „Ich schaeme mich heute noch!“

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„Ich schäme mich heute noch!“

Comedy-Star Chris Tall im INSIDER Promi-Talk

01_PR_Foto_darferdas_CTallChris Tall hat es mit Tabubrüchen zum Comedystar gebracht. Seit seinem ersten Programm „Versetzung gefährdet“ im Jahr 2013 geht es für den 26-Jährigen steil bergauf. Bei seinen gefeierten Auftritten der „Selfie von Mutti“-Tour wurde er mehrfach gefragt: Und wann ist Papa dran? Die Antwort lautet: Jetzt! #darferdas? Und ob! Er muss sogar! Am 08. Oktober spielt er vor ausverkauftem Publikum in der MCC Halle Münsterland in Münster. INSIDER stellte dem Stand-Up-Comedian im Vorfeld einige Fragen.

INSIDER: Hallo Chris, du betonst oft, dass du „fett“ bist. Welche Eigenschaften machen dich sonst noch aus?

Chris Tall: Humor. Und ich bin nicht so schlecht in allen Disziplinen, die mit Bällen zu tun haben, ich kann gut auswendig lernen, ich kann tanzen, wenn‘s lustig werden soll (lacht) und Spontanität mag ich sehr. Schlimm wird es, wenn ich singen muss, oder wenn es um Mathe geht. Und ich bin leider sehr ungeduldig.

Mit bürgerlichem Namen heißt du Christopher Nast. Wie bist du auf deinen „Künstlernamen“ gekommen?

Eigentlich habe ich mit meiner Mutter nur so rumgesponnen, wir sprachen über Künstlernamen. „Chris“ wollte ich unbedingt behalten. Da habe ich sie gefragt: „Mama, fällt dir da irgendwas  ein?“ Und dann meinte sie so: „Du bist doch mein Kristall…“. Naja, so kam eins zum anderen.

02_PR_Foto_Tröte_CTall2013 gelang dir bei RTL, wo du den „RTL Comedy Grand Prix“ gewonnen hast, dein Durchbruch. Was hat sich seitdem für dich geändert?

Ich weiß gar nicht so genau, ab wann man seinen „Durchbruch“ hat. Wenn du damit meinst, dass ich machen darf was ich liebe, ja, dann war wohl der „RTL Comedy Grand Prix“ ein Meilenstein auf meinem Weg. Der richtige Durchbruch kam dann aber mit dem Auftritt bei „TV total“ 2015. Geändert hat sich dadurch einiges: Es kommen seitdem mehr Menschen in meine Shows und ich darf in schönen TV-Sendungen auftreten. Aber die Liebe zur Comedy war von Anfang an da!

 

Nach „Selfie von Mutti“ kommt nun deine neue Show „Jetzt ist Papa dran“. Warum bieten deine Eltern so großes Spaßpotenzial?

Oft hauen Eltern einfach etwas Lustiges raus, ohne es zu bemerken. Das macht dann einfach Spaß, sich das zu merken und es auf die Bühne zu bringen. Zumal jeder sicherlich eine solche Situation mit seinen Eltern kennt, oder eben zumindest mit einem Elternteil.

Was sagen deine Eltern dazu, wenn du in deinen Shows Storys aus eurem Familienleben erzählst?

Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Familie, insofern sind alle cool mit meinen Geschichten. Als mein Vater das erste Mal „Selfie von Mutti“ gesehen hat, kam er auf mich zu und fragte: „Da geht‘s ja so viel um Mama! Hast du sie etwa lieber als mich?“ Deswegen ist er jetzt dran!

08_PR_Foto_Rauch_CTallWie unterscheidest du zwischen guten Witzen und Mobbing?

Ich will mit den Menschen lachen, nicht über sie. Wenn sich jemand nicht wehren kann, dann ist das Mobbing. In der Schule habe ich das früher erlebt. Also nicht ich wurde gemobbt – ich schwamm so irgendwo zwischendrin, gehörte nicht zu den Coolen, aber auch nicht zu denen, die gehänselt wurden. Allerdings habe ich damals weggesehen und nichts gesagt. Dafür schäme ich mich heute noch und würde jetzt anders reagieren.

Über welche Randgruppe machst du am liebsten Witze?

Ich mag das Wort „Randgruppe“ nicht. Genau das versuche ich in meiner Show aufzulösen. Wir lachen alle miteinander, ob du weiß bist oder schwarz, klein oder groß, dick oder dünn, ob du im Rollstuhl sitzt oder nicht. Es soll niemand ausgegrenzt werden.

Gibt es denn etwas, worüber du keine Witze machen würdest?

Grundsätzlich gibt es keine eindeutige Humor-Grenze. Jeder Comedy-Künstler legt seinen eigenen Geschmacks-Kosmos fest. Das macht sie oder ihn im Idealfall unverwechselbar. Ich mache keine Witze über jemanden, wenn ich merke, dass derjenige sich nicht wehren kann oder es ihn verletzt. Ich gebe aber zu, dass ich die ganz großen weltpolitischen Themen eher selten im Programm habe. Das können andere besser.

Wirst du wegen deines Humors auch mal angefeindet und wie gehst du damit um?

Ja, in einer Live-Show bin ich mal übers Ziel hinausgeschossen. Das habe ich gemerkt und mich entschuldigt. (Anm. d. Red.: Kritisiert wurde Chris Tall, nachdem er laut Medienberichten am 14. Oktober 2017 auf einer Solo-Show in Köln vor rund 12.000 Zuschauern sein Publikum mit den Worten „Wir fackeln heute die Bude ab – also quasi ’ne Chris-Tall-Nacht!“ begrüßte.)

Deine Shows haben in den letzten Jahren ein ähnliches Prinzip verfolgt: Witze über deine Eltern oder deine Schulzeit. Kannst du dir in Zukunft vorstellen in eine ganz andere Richtung zu gehen?

Puh, keine Ahnung. Meine Shows bestehen größtenteils aus Anekdoten, die ich selbst erlebt habe. Für meine Show bei RTL habe ich zuletzt mit dem fast gänzlich erblindeten Saliya Kahawatte gedreht und auch mit David Lebuser, einem beeindruckenden jungen Mann, der im Rollstuhl sitzt. Es ist Wahnsinn, wie diese mit ihrem Schicksal umgehen und mit wie viel Lebensfreude und Humor sie alles meistern. Und solange diese Themen mich bewegen, werden sie auch Teil meiner Shows bleiben.

Am 08. Oktober trittst du in der MCC Halle in Münster auf. Gibt es auf deiner Tour eine Stadt, auf die du dich besonders freust?

Schwer zu sagen. Es gibt durchaus Unterschiede im Lachverhalten, aber ich kann das nicht auf Städte münzen. Ich hatte mal eine Show in Hof, da musste ich echt ackern, um die Zuschauer zu kriegen. Und im Jahr darauf spielte ich genau dort die Show meines Lebens. Bisher hatte ich aber Glück und fast immer grandiose Stimmung. Das trägt einen Comedian natürlich dann leichter durch den Abend. Also Antwort auf die Frage: Ich freue mich auf alle Städte!

Mit welcher Person würdest du am liebsten gemeinsam ein Bier trinken?

Justin Bieber.

Am 29. September startete auf RTL, mit vorerst sechs Folgen, deine eigene Personality-Show „Darf er das? – Die Chris Tall Show“. Was können die Zuschauer erwarten?

Ich bleibe meinen Kernthemen treu: Generation, Integration und bodenloser Unsinn!

Nenne uns den besten Witz, den du zuletzt von Jemandem gehört hast!

Folgenden Witz habe ich kürzlich von Carsten van Ryssen gehört, u.a. Reporter bei der „heute-show“ im ZDF: „Meine Frau hat mich beschuldigt, ein Transvestit zu sein! Also habe ich ihre Sachen gepackt und bin gegangen.“

Letzte Frage: „Jetzt ist Papa dran“ – wer ist das nächste Mal dran?

Vielleicht bin ich ja irgendwann Papa. Dann bin ich wohl selbst dran! (lacht).

Vielen Dank für das Gespräch!

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