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05
Jul-2017

Schweizer Popstar SEVEN erklärt sein Erfolgsrezept

Allgemein   /  

Musik in Farben FÜHLEN
Popstar Seven im INSIDER Promi-Talk – im September LIVE in Bad Essen

SEVEN_Red_creditSvenGermann_high Der Schweizer R&B- und Soul-Musiker Seven ist in seiner Heimat schon ein Megastar. 2016 folgt der Sänger der Einladung von Gastgeber Xavier Naidoo und tauscht in der dritten Staffel von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ seine Lieder. Jan Dettwyler, so der bürgerliche Namen des Schweizer Sängers Seven, wird am 18. Oktober 1978 in Wohlen in der Schweiz geboren. Dem Sohn eines Tenors und einer Pianistin ist die Musik mit in die Wiege gelegt worden. Nun präsentiert er sein neuestes Album! „4COLORS“ heißt es und beinhaltet – nomen est omen – vier verschiedene Farben, vier Genres und vier komplett eigene Stimmungen. Mit purer Leidenschaft komponierte und produzierte der Ausnahmemusiker sein zehntes Werk in London, Los Angeles und der Schweiz. Heraus kamen vier in sich geschlossene musikalische Welten, welche die Zuhörer auf eine Reise mitnehmen. Am 02. September kommt Seven als Headliner zur „7. Rocknacht Bad Essen“ auch zu uns. Tickets für den Gig gibt es aktuell noch u.a. auf www.rosenhof-os.de

INSIDER: Hallo Seven! KonzeptalbeSEVEN_Blue_creditSvenGermann_highn stehen ja bei vielen Musikern hoch im Kurs. Eines wie „4COLOURS“ jedoch klingt definitiv nach mehr als einer Schnapsidee im Proberaum…

Seven: Danke! 4COLORS ist mit Abstand das aufwändigste Album, das ich je produziert habe. Mein Team und ich erschufen vier eigene Alben, dazu kommen die Orchester-Stücke, welche nochmals eine ganz eigene Produktion darstellen. Jede Farbwelt wurde individuell gemischt, eingesungen, designt und produziert. Somit funktionieren sie als eigenständige Alben. Es war eine Reise, die ich unbedingt machen wollte und musste. Das Resultat ist mein ganz eigener Musikfilm.

Wie fühlst du dich denn aktuell so? Oder anders gefragt, nach welcher Farbe?

Wie fühl ich mich heute? Hellbraun? (lacht) Nee ich fühl mich gut. Ich fühl mich heute ziemlich gelb, ehrlich gesagt. Es macht zurzeit richtig Spaß und alles ist gut. Kann mich nicht beklagen. Nicht beklagen ist ziemlich gelb.

Du bist Synästhetiker, nimmst Musik also in Farben war. Ist es dann nicht manchmal schwierig mit „Normalos“ im Studio zu kommunizieren?

Im Gegenteil. Es ist die Möglichkeit, eine Übersetzung zu etablieren. Meine Band kennt das mittlerweile oder Leute, mit denen ich schon oft gearbeitet hab. Die wissen, dass ich auf dem Ohr blöd bin. Aber wenn ich dann mit neuen Menschen arbeite und sage „das ist mir zu wenig Ocker“ – die fragen dann „Ocker? Wovon redest du?“ Wenn sie dann das Einmaleins gecheckt haben, wie und was ich meine, dann wird die Kommunikation einfacher. Ich denke das Schwierigste am Musik machen ist zu wissen, was der andere meint. Noten kann man aufschreiben, aber man kann sie auf Tausend Arten spielen. Auf dem Papier sind es immer noch die gleichen Noten. Wir packen Emotionen in einen Pfeil. Die Kommunikation ist eigentlich das absolut Wichtigste.

Als Kind von Musikereltern bist du schon früh geprägt vor allem von Klassik & Jazz. Du standst auch schon recht jung sehr oft auf der Bühne. Gab es mal den Gedanken gegen die Welt der Eltern zu revoltieren?

Ich SEVEN_Yellow_creditSvenGermann_highmuss dazu sagen, meine Eltern sind beide klassische Musiker und ich mache schwarzen Pop, Soul, Funk. Also mehr rebellieren kannst du gar nicht. (lacht) Ich hatte den riesigen Vorteil, dass ich zu Hause immer auf Verständnis gestoßen bin. Klar machen meine Eltern andere Musik, klassische Musik. Mehr Regeln, weniger Freiheit. Aber man hat sich in dieselbe Materie verliebt. Der Ursprung ist der gleiche und du musst zu Hause nicht erklären, warum du jetzt wieder in den Proberaum willst und warum du das einfach liebst und das deine Leidenschaft ist.

Ist das in etwa so, dass man das Handwerk hat, deswegen das Bild malen kann, um es dann wieder einreißen zu können?

Ja, wahrscheinlich. Ich glaube, das war mir gar nicht so bewusst. Mir wird oft erst im Nachhinein klar, was ich eigentlich tue. Im Moment wenn ich es tu und mich dafür entscheide, bin ich echt wie ein Kind im Schokoladenladen.

Warum kommt so wenig Musik aus der Schweiz? Die Bedingungen vor Ort sind ja nicht schlecht – oder sind sie zu gut und keiner will mehr raus?

Die Bedingungen sind leider zu gut. Uns geht es zu gut. Das heißt, es geht am Ende des Tages oft um sehr wenig. Wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft. Das Problem, warum man außerhalb des Landes wenig von Schweizer Musikern hört, ist ein mathematisches. Wenn du in Frankreich „Top 10“ gehst, dann bekommst du gut zwei bis drei Koffer und mit den Koffern gehst du ins nächste Land und sagst „Jetzt investieren wir mal hier und spielen zwei Jahre jede Steckdose und gucken mal weiter.“ Wenn du in der Schweiz in den „Top 10“ bist, dann kannst du froh sein, wenn du davon leben kannst. Es ist einfach so klein, es gibt einfach nicht mehr her. Dieses Problem ist ein Expansionsproblem, das hat nix mit Kunst zu tun. Wenn deine Heimat klein ist, ist es schwierig zu expandieren.

Du bist ja einer der wenigen Schweizer der schon vor vielen Jahren in UK und USA Aufmerksamkeit bekommen hat.

Ich seh‘ mich nicht als Botschafter der Schweizer Soulszene, denn für die vier Nasen brauchen wir kein Haus. (lacht) Wenn du Musik machst, ist es sehr wichtig, was du für einen Absender hast. Mein Absender ist Fluch und Segen zugleich. Als Alien wissen die Leute selten wohin mit dir, aber du fällst wenigstens auf. Wenn der Absender aber nicht zum Inhalt passt, weil man das noch nicht kennt oder noch kein Vertrauen hat zu dieser Kombination, dann ist es oft schwierig überhaupt irgendwohin zu kommen. Aber ich seh‘ mich nicht als Botschafter der Schweiz. Da hab ich so noch gar nicht drüber nachgedacht. Wir haben Roger Federer, wir brauchen doch sonst niemanden mehr.

Wenn das Album auch ein Plädoyer wäre, gäbe es eine größere Botschaft die sich raushören lässt?

Es ist es sicherlich auch, aber man darf genauso wie man muss, nur das rein interpretieren was gemeint war. Es geht gar nicht darum „Ist das jetzt ein Gesamtkunstwerk was für irgendetwas steht?“ Jeder einzelne Song ist aus einem natürlichem Gefühl und einem Drang passiert und deswegen hat er was Echtes und ist damit nicht gewollt, sondern gelebt. Da darf dann jeder mit sich und dem Song rausnehmen was er will.

Vielen Dank für das Gespräch!

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