Blog-Kategorien:
Suche im Blog:
02
Mrz-2018

Comedian Shahak Shapira im INSIDER Promi-Talk

Allgemein   /  

„Osnabrück ist ziemlich cool“
Warum Comedian Shahak Shapira so gern in unsere Stadt kommt

Shahak Shapira wurde in Israel geboren und lebt mittlerweile in Berlin. Vor acht Jahren besuchte er die Miami Ad School und war unter anderem als Copywriter in der Werbeagentur Jung von Matt in Hamburg tätig. Große Bekanntheit erlangte er Anfang 2017 mit seinem Projekt „Yolocaust“ (eine Mischung aus Yolo – für „You only live once“ – und Holocaust. Im selben Jahr sprayte er Hassbotschaften auf den Fußweg vor dem Twitter-Büro in Hamburg. Dabei handelte es sich um Original-Tweets, die trotz Meldung von Shapira nicht gelöscht worden sind. Am 16. März ist er zu Gast in der Osnabrücker Lagerhalle. INSIDER sprach vorab mit dem Comedian über Social Media, Politik, Osnabrück und Pimmelwitze.

Shapira_Pressefoto

INSIDER: Hallo Shahak! Du bist schwer auf Twitter und Facebook unterwegs. Wie wohl fühlst du dich da?

Shahak Shapira: Ich fühle mich dort wohl und sehr unwohl zugleich. Meistens fühle ich mich dort eigentlich unwohl. Es gibt so viele Dinge, die in sozialen Online-Netzwerken passieren, aber eigentlich ins echte Leben gehören. Wir dürfen nicht den Fehler machen, diese Netzwerke als Ersatz für echte Gespräche zu betrachten. Alles, was dort passiert, ist mit Vorsicht zu genießen. Aber da sage ich ja nichts Neues.

Stehst du also viel lieber auf der Bühne?

Ja, unbedingt! Das ist auch die einzige Zeit, in der man nun wirklich nicht online sein kann und es deswegen auch nicht muss. Und das Publikum hat keine Chance mir zu widersprechen, weil ich ja das Mikro in meinen Händen halte. (lacht)

Du bist 2002 mit deiner Familie nach Sachsen-Anhalt gezogen. Das war als junger Ausländer mit jüdischen Wurzeln sicher kein einfaches Pflaster.

Ich glaube, nahezu jeder mit einem ausländisch klingenden Namen hat es in Deutschland schwer. In Sachsen-Anhalt ist es nicht unbedingt einfacher, das stimmt. Aber das war kein tägliches Problem, vielleicht ein wöchentliches. Aber, zur Beruhigung: Auch heute werde ich noch beleidigt. Trotz dessen, dass ich seit ein paar Wochen offiziell Deutscher bin.

Wenn die meinen Namen lesen, werde ich
wahrscheinlich trotzdem umgebracht.

War es dir denn wichtig eingebürgert zu werden und einen deutschen Pass zu bekommen?

Nicht besonders. Es hat sich auch eigentlich nichts verändert. Außer, dass ich jetzt einfacher in ein paar Länder einreisen darf, in denen sie mich sonst umgebracht hätten. Wenn die allerdings meinen Namen lesen, werde ich wahrscheinlich trotzdem umgebracht. Ich brauche den Pass jetzt nicht, um mich hierzulande sicherer zu fühlen. Einzig in die USA kann ich nun einfacher einreisen. Und ich musste meinen israelischen Pass abgeben.

Am 07. März zeichnet das ZDF erstmalig deine eigene TV-Show auf. Was dürfen wir davon erwarten?

Es wurde mir verboten darüber vorab zu sprechen. (lacht) Aber, ich sag mal so: Ich mache da keine Politsatire oder Kabarett. Ich mache Comedy, ich mag Comedy. Und mein Ziel ist es, bei allem was ich mache, das einem größtmöglichen Publikum zugänglich zu machen. Ich versuche also über Dinge zu sprechen, die gleichzeitig witzig und originell sind, aber auch neuartig und nicht zu kompliziert.

Bist du vor deiner TV-Show-Premiere besonders aufgeregt? Aufgeregter als beispielsweise vor dem Gig am 16. März in der Osnabrücker Lagerhalle?

Das würde ich nicht sagen, nein. Aber eine normale Bühnenshow ist natürlich etwas einfacher, weil man viel weniger unter Zeitdruck steht. Wenn das Publikum gut ist, überziehe ich auf Tour auch gerne mal um zweieinhalb Stunden. Für die TV-Show muss die halbe Stunde schon sitzen – man hat dann ja sogar einen Warm-Up Act, um das Publikum schon mal in Stimmung zu bringen. Nach Osnabrück komme ich übrigens besonders gerne. Osnabrück ist ziemlich cool!

Das muss eine sympathische Stadt sein, dieses Osnabrück.
Aber ein anspruchsvolles Publikum kann auch nerven.

Tatsächlich? Welchen Bezug hast du denn zu Osnabrück?

Ich habe im Internet das Video gesehen, als die AFD bei euch zu Gast war und Beatrix von Storch auf dem Marktplatz von tausenden Bürgern ausgepfiffen wurde. Da dachte ich mir: Das muss eine sympathische Stadt sein, dieses Osnabrück. Aber ein anspruchsvolles Publikum kann auch nerven. Die wollen dann immer „Comedy mit Haltung“ oder „Witze, die Deutschland nach vorne bringen.“ Dabei mache ich doch so gerne blöde Pimmelwitze…

Wir freuen uns sehr darauf. Wie entwickelst du eigentlich neue Gags? Allein im stillen Kämmerlein?

Nein. Ich habe aber eine unfassbar lange Liste kleiner Beobachtungen und Ideen in meiner Notizen-App auf dem iPhone. Und wenn aus ein paar davon dann echte Gags werden, teste ich sie in Berlin beim „Open Stage“ vor härtestem Publikum aus. Wenn da dann drei Leute kichern, müssen es Knallergags sein, die ich meinem zahlenden Publikum vorsetzen kann.

Vielen Dank für das Gespräch!

PR-Foto: Boaz Arad

4

 likes / 0 Kommentare
Teilen Sie diesen Beitrag:

Archiv

> <
Jan Feb Mar Apr May Jun Jul Aug Sep Oct Nov Dec
Jan Feb Mar Apr May Jun Jul Aug Sep Oct Nov Dec
Jan Feb Mar Apr May Jun Jul Aug Sep Oct Nov Dec
Jan Feb Mar Apr May Jun Jul Aug Sep Oct Nov Dec